Informationen zur Schweinegrippe bzw. Mexiko-Grippe

Vor ein paar Tagen ist, zuerst unter dem Namen Schweinegrippe, in Mexiko eine neue Form der Influenza ausgebrochen. Dabei handelt es sich um eine Virus-Erkrankung vom Typ A/H1N1, die sich seitdem vom Ursprungsland Mexiko über die USA weltweit ausbreitet.

Die Schweinegrippe, auch Schweineinfluenza oder Porzine Influenza genannt, ist im eigentlichen Sinne eine Infektionskrankheit der Atemwege beim Hausschwein. Die Viren entstammen aus der Gattung des Influenza-A-Virus und können auf den Menschen übertragen werden. Dabei ist die Normalform der Schweingrippe für den Menschen nicht lebensbedrohlich. Allerdings kann es beim Kontakt von herkömmlichen Schweinegrippe-Viren mit klassischen humanen Influenza-Viren beim Menschen zur Bildung von gefährlichen Subtypen kommen.

Bei der jetzt in Mexiko ausgebrochenen Grippe handelt es sich wahrscheinlich wohl nicht um eine Schweineinfluenza im engeren Sinne, da nur eines von acht Genom-Segmenten porzinen Ursprungs ist. Auch wurden Bestandteile von Vogelgrippe- und humanen Viren beim dem Erreger festgestellt. Zudem wurden in Mexiko bisher keine Erkrankungen beim Schwein festgestellt. Vielmehr handelt es sich um einen neuen Subtyps des H1N1-Virus.

1918 bis 1920 führte der Subtyp A/H1N1, die sogenannte Spanische Grippe, zu einer weltweiten Pandemie. In drei Wellen starben mindestens 25 Millionen Menschen. Hauptgrund für die hohe Opferzahl, die laut einigen Quellen wohl noch viel höher lag, waren die Folgen des ersten Weltkrieges, wodurch der Informationsfluss stark beeinträchtigt war und die Bevölkerung nur gering, bzw. überhaupt nicht in Kenntnis über die schwere Krankheit gesetzt wurde.

Ähnlich wie bei der derzeitigen Mexiko-Grippe erkrankten vor allem Menschen zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr im Gegensatz zur herkömmlichen saisonalen Influenza, unter der vor allem Menschen leiden, die älter als 50 Jahre alt sind. Zudem findet die Übertragung vor allem von Mensch zu Mensch statt, was sich ebenfalls von der reinen Schweinegrippe unterscheidet, die vornehmlich durch Kontakt zwischen Mensch und Schwein übertragen wird.

Die Symptome sehen ähnlich aus wie bei der klassischen Influenza und zeigen sich in plötzlichem hohem Fieber, Gliederschmerzen, Heiserkeit, Schnupfen  Durchfall und Übelkeit. Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhäute übertragen.

Die zurzeit üblichen Impfstoffe gegen Grippe haben auf die neue Form des Influenza-Typs H1N1 keine Wirkung, so dass neue Impfstoffe entwickelt werden müssen. Die Pharmahersteller haben schon damit begonnen, allerdings wird es mindestens drei bis sechs Monate dauern bis das neue Serum in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.  Allerdings schlagen laut Meldungen der US-Gesundheitsbehörde die herkömmlichen Grippemedikamente wie bspw. Tamiflu oder Relenza gut gegen die Mexiko-Grippe an, solange die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird.

Als Schutz vor einer möglichen Ansteckung gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei allen anderen Erkältungserkrankungen. So sollte man größere Menschenansammlungen meiden, sobald die Virus verbreitet auftritt, direkten Kontakt mit anderen Personen auf ein Minimum beschränken und die Hände öfters waschen als sonst. Auch Atemschutzmasken oder  Mundschutzmasken können eine Übertragung über die Atemwege verhindern.

Die jetzige Form der H1N1-Influenza brach in Mexiko aus und hat dort schon ca. 150 Todesopfer gefordert. Die Mexikanische Regierung beschloss sofort nach Bekanntwerden der Krankheit erste Maßnahmen, um die Ausbreitung einzudämmen. So wurden Schulen und anderen öffentliche Einrichtungen geschlossen. Zudem wurden Großveranstaltungen abgesagt oder Fußballspiele ohne Beteiligung von Zuschauern ausgetragen.

Auch in den USA und Australien gibt es eine, im Vergleich zum Rest der Welt, relativ hohe Anzahl von bestätigten Schweinegrippe-Fällen. Insgesamt wurden bereits aus 17 Ländern über Verdachtsmomente oder bestätigte Erkrankungen des H1N1-Typs berichtet. In Europa meldete Spanien die ersten Fälle. Auch in Deutschland gab es Berichte über mögliche Erkrankungen, die aber bisher noch nicht bestätigt werden konnten. Alle bisher erkrankten Personen hatten zuvor Mexiko besucht.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Pandemie-Risiko-Stufe vier ausgerufen und schätzt die Lage als sehr beunruhigend ein. In dieser Phase geht man noch von einer lokalen Ausbreitung aus, bei der es aber ein höheres Risiko für eine weltweite Seuche gibt. Sollte sich der Virus in Mexiko und den USA anhaltend verbreiten, wird man auf Stufe fünf erhöhen, damit die anderen Staaten sich auf die bevorstehende Pandemie Maßnahmen treffen. Stufe sechs ist die höchste, bei der die Krankheit in mehreren Regionen der Welt sich verbreitet hat.